Hadramaut
Abenteuer Südarabien

Hadramaut im fernen Süden der Arabischen Halbinsel galt lange Zeit als sagenhaftes Gebiet, wo keiner hinkam – nur selten einmal ein Forscher unter Lebensgefahr.

Während rund 130 Jahren (1839-1967) gehörten die südjemenitischen Kleinfürstentümer zum britischen Protektorat Aden. Der Hafen am Indischen Ozean war bedeutender Stützpunkt am Bal Al Mandab (Tor der Tränen) – Eingang zum Roten Meer, sowie dem strategisch und wirtschaftlich wichtigen Suez—Kanal.

Nachdem die Engländer 1967 abgezogen waren, kamen sowjetische «Beschützer» ins Land und das 300 000 Quadratkilometer grosse Gebiet wurde zur Demokratischen Volksrepublik Jemen erklärt. Zu jener Zeit war es noch ein geteiltes Land – nördlicher und südlicher Jemen – betroffen von vielen blutigen Auseinandersetzungen.

Heute sind beide Jemen zu einem Staat vereint mit der alten Hauptstadt Sanaa. Die Regierung zeigt sich gastfreundlich und bemüht, Wege zu den früher schwer zugänglichen Tälern, alten Städten und Ruinen zu öffnen. Wobei die unkontrollierbaren Stammesleute im Hinterland nicht immer einverstanden sind.

In diesem weiten Gebiet interessiert uns heute Wadi Hadramaut, das grösste Tal Südarabiens – einst Verbindung des antiken Weihrauchhandels vom Indischen Ozean zum Mittelmeer. Dem damals legendären Reichtum verdankt der Jemen seinen anderen Namen Arabia Felix «Glückliches Arabien».

Damit gelangen wir in die frühen Reiche Saba, Qataban und Hadramaut. Letzteres hiess schon vor 2000 Jahren so. Einige der bedeutenden Ruinen möchten wir nun erkunden.

Unbedingt gilt es aber auch die einzigartige Architektur zu studieren – eine jemenitische Bautradition, die im Hadramaut ihre herrlichste Entfaltung fand. Die Technik der Lehmbauten existiert bis in unsere Zeit – doch ihre Wurzeln finden sich schon vor 6000 Jahren in den sumerischen Tempeln des Zweistromlandes.

Schön und lohnend ist es auch, den Menschen zu begegnen, die heute in dieser uns fremden, faszinierenden Welt leben.