Die Beduinen

Wüsten gibt es weltweit und sie nehmen immer noch zu. Mangels Wasser und Vegetation können nur Nomaden – die wandernden Hirten mit ihren Tieren – in der Wüste existieren, ob in Asien, Arabien, oder Afrika. Auch die Eskimos sind Nomaden im Eis.

Heute wählen wir: Blickpunkt Arabien. Auf der grossen Halbinsel, mit einer Längenausdehnung von rund 3000 Kilometern fast so gross wie Europa, umfassen die Wüsten – von Nufid über die vulkanischen Schammar-Berge, den Nedschd und das Sandmeer der Rub’al Khali – 70 bis 80 Prozent des Gebietes.

Hier werden die Nomaden Beduinen genannt. Der Name kommt vom arabischen Wort Bada – «auftauchen». Es sind die Unsteten, die nirgends lange bleiben können – ein Leben lang unterwegs als Kamelhirten auf der Suche nach Wasser und Weide.

Zahllose Stämme ziehen durch den weiten Raum. Jeder Stamm hat seine Dira, ein ausgedehntes Weidegebiet, dessen Grenzen jeder kennt. Das Leben der Beduinen ist hart und entbehrungsreich – trotzdem waren sie bisher nicht bereit, ihre Freiheit aufzugeben.

In Arabien gilt es drei Lebenskreise zu unterscheiden. Im innersten menschenfeindlichen Kreis der Wüste leben die Beduinen. Im Randgebiet, wo es fruchtbare Böden, Winterregen, da und dort auch Grundwasser gibt, pflügen Bauern – die Fellahin ihre Felder. Und im dritten Bereich der Städte finden wir Handwerker und Kaufleute, Bildung und Kultur.

Ein britischer Forscher hat behauptet, die Araber seien alle Snobs! Die vornehmen Städter verachten die Bauern, die sich auf dem Acker abmühen. Die Fellachen verachten die Beduinen, die weder Haus noch Felder besitzen. Und die stolzen Wüstensöhne verachten alle andern, weil ihnen die Freiheit gehört.

Ihren Spuren wollen wir nun eine Weile folgen, um etwas vom Leben in der Wüste zu erfahren: die grosse Wanderung durch karge, immer wieder faszinierende Landschaften von Stein und Sand – über die Herde, die Familie – Sitten und Bräuche im schwarzen Ziegenhaarzelt.

Eine altübernommene Lebensweise, die sich in unserer Zeit von Erdöl und Technik allmählich verliert.